|
Geschichtliches zu Voigtsdorf
Die Geschichte von Voigtsdorf beginnt mit einem Weg durch den Miriquidi, den undurchdringlichen Wald des Erzgebirges. Dieser Weg führte vom späteren Freiberg über Sayda ins Böhmische. An den Talquerungen siedelten Menschen, die ersten Ortszentren entstanden. In Voigtsdorf ist dies der Schnittpunkt der Zethauer bzw. Alten Saydaer Straße mit der Hauptstraße. Die erste Besiedlung fand wahrscheinlich im frühen 13. Jahrhundert statt. Auf die Erstbesiedlung geht auch die Anlage des Dorfes als Waldhufendorf zurück, das heißt an den Talhängen befinden sich die Bauerngüter, die Felder erstrecken sich handtuchartig bis zur Höhe bzw. bis zum Wald. Die Talaue war Weideland und wurde erst später von ärmeren Bürgern besiedelt, die sich kein Land leisten konnten.
Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1365 zurück. Nicolaus von Hartitzsch erwirbt das Dorf als Lehen. Seine Familie wird es sein, die die Geschicke von Voigtsdorf über fast 500 Jahre bestimmt. Das herrschaftliche Zentrum war das Rittergut, welches sich am heutigen Ortsausgang Richtung Dorfchemnitz befindet. Die Erbfolge über das Rittergut war nicht immer unumstritten, so kam es unter anderem zu einer Teilung von Rittergut und Ort. Die Trennungslinie war dabei kurioserweise der Dorfbach, so dass es ein Niedervoigtsdorf in südöstlicher und ein Obervoigtsdorf in nordwestlicher Richtung gab.
 Das Rittergut Voigtsdorf in einer zeitgenössischen Darstellung (Blick nach Süden)
Einschneidend für die Ortsgeschichte waren immer wieder Krieg und Pest. Große Opferzahlen gab es 1582 bei einer Pestepidemie, noch größer waren die Verluste im 30-jährigen Krieg. Es wird berichtet, dass lediglich 6 Familien überlebten, viele Gebäude und Felder lagen über Jahrzehnte brach.
Im Jahr 1857 verstarb der letzte Lehnsherr von Voigtsdorf, Hans Adolph von Hartitzsch. Das Erbe ging an die Familie von Lüttichau, die in Dorfchemnitz das Rittergut besaßen. In der Folge wurde das Rittergut aufgelöst. Die Bürger von Voigtsdorf, meist Bauern und Handwerker, gestalteten zunehmend das gesellschaftliche Leben. Vereine wurden gegründet, die teils bis heute Bestand haben. In der zweiten Hälfte des 19. und der ersten des 20. Jahrhunderts besaß Voigtsdorf weit über 1000 Einwohner, das Dorf florierte.
Die bekannten gesellschaftlichen Veränderungen des 20. Jahrhunderts prägten das heutige Bild von Voigtsdorf. Eingemeindet nach Dorfchemnitz, Teil einer Verwaltungsgemeinschaft mit Sayda ist Voigtsdorf heute immer noch von der Landwirtschaft und Kleinhandwerk geprägt. Diese Ursprünglichkeit gibt dem Dorf dabei einen ganz eigenen Charme. |
|